Veranstaltungsprogramm Winter 2020/21


Montag, 9. November 2020, 18.30 Uhr, Lavatersaal, St. Peterhofstatt 6, 8001 Zürich

Sandro Bachmann

Wachsplatten, Bleistift und Smartphone-Apps – Wie Dialektforscher an ihre Daten kommen

Moderation: Anne-Regula Keller

Sandro Bachmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Seminar der Universität Zürich und Vorstandsmitglied Mundartforum. Sein Referat gibt einen Einblick, wie Dialektologen an ihre Mundartdaten kommen und auf welchen Medien diese festgehalten werden und wurden. Die jeweiligen Etappen werden mit Beispielen illustriert, vom Idiotikon über die BSG-Bände (Beiträge zur Grammatik des Schweizerdeutschen), den SDS (Sprachatlas der deutschen Schweiz) und den SADS (Syntaktischer Atlas der deutschen Schweiz) bis hin zum Dialäkt App und zum gschmöis.

Am Anfang stehen dabei immer Gewährspersonen, die dem Dialektforscher mitteilen, wie sie was in ihrer Mundart sagen. Jede neue Methode der Erhebung bringt neue Möglichkeiten, aber birgt für den Dialektforscher auch Probleme – vom Rauschen der Wachsplatten bei der Wiedergabe von alten Phonographen bis zum so genannten «Noise» in den grossen Datenmengen von Smartphone-Apps.


Erste Dezemberhälfte 2020
(Datum und Ort wird später bekanntgegeben; die Saalsuche für coronagemäss genügend Sitzplätze ist schwierig):

Simone Schmid

Mundartdialoge – eine Knacknuss für das Schweizer Filmschaffen 

Im Gespräch mit Urs Bühler

Simone Schmid, Jahrgang 1979, ist im Fricktal und im Baselland aufgewachsen. Nach Jahren als Journalistin arbeitet sie seit 2015 als freischaffende Drehbuchautorin (u.a. „Zwingli“). Dialekt ist ihr eine grosse Passion: Gute Mundartdialoge zu schreiben gehörte zu ihren Hauptantrieben, in diesen Beruf einzusteigen. Im Gespräch wird sie erläutern, weshalb das Drehbuch nur beschränkten Einfluss auf das schliesslich im Film gesprochene Wort hat. Und sie legt dar, was beim Erstellen glaubwürdiger Dialoge hinderlich oder hilfreich ist.

Ausblick auf das kommende Jahr

Mittwoch, 3. Februar 2021,18.30h, Hotel Glockenhof, Sihlstr. 31, 8001 Zürich

(Tramhaltestelle Rennweg, hinter dem St.Annahof):

Jrène Joss und Prof. Anita Auer (Uni Lausanne)

Vo Bluetwurscht, Füürwehr und em Blatter sim Max

Geschichten aus dem Zürioberland und wie sich Dialekte in der Diaspora entwickeln

Moderation: Anne-Regula Keller

Jrène Joss liest Mundarttexte von Walter Hegetschweiler, der 1979 von Gossau ZH nach Quebec, Kanada, auswanderte. Sie hatte ihre Lehre beim Gemüsefarmer im Zürioberland absolviert. Die Chance, mit Familie Hegetschweiler deren ersten Sommer in Kanada zu erleben und mitzuarbeiten, packte die junge Frau. Eine spannende Zeit! Der heute 89-Jährige mutet sich die Reise, um hier persönlich zu lesen, nicht mehr zu, aber Jrène Joss – selber Autorin und aus Gossau – wird seine urchigen Texte mit feinem Humor, die von genauer Beobachtung zeugen, authentisch vortragen.

Dr. Anita Auer, Anglistikprofessorin an der Uni Lausanne, forscht als Linguistin u.a. zur Entwicklung von Schweizer Dialekten in der amerikanischen Diaspora. Sie wird darüber referieren, wie sich Dialekte in der neuen Heimat einerseits – entgegen den Veränderungen in der Schweiz – bewahren, andererseits aber beeinflusst werden von der Sprache ihrer neuen Umgebung.

Datum und Ort wegen Covid-19 noch nicht definitiv fixiert:

Franz Hohler

Mundartübersetzungen

Im Gespräch mit Urs Bühler